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Wilhelm Hausenstein Gesellschaft


Wilhelm Hausenstein (1882-1957) war einer der bedeutendsten Kunsthistoriker, Kunstkritiker, Kunstschriftsteller, Reiseschriftsteller, Essayisten, Erzähler und Übersetzer seiner Zeit; und nach dem zweiten Weltkrieg wurde er noch zum ersten Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Frankreich ernannt. Was er war und was er wollte, sollte nicht vergessen, sondern als Verpflichtung verstanden werden. Daher gibt es eine Gesellschaft, die seinen Namen trägt und in seinem Sinne wirkt.

VORANKÜNDIGUNG


Alle zwei Jahre veranstaltet die Wilhelm-Hausenstein-Gesellschaft ein Symposium in Hornberg, der Geburtsstadt von Wilhelm Hausenstein. Das nächste Symposium findet vom

16. bis 18. Oktober 2020 im

Ratssaal der Stadt Hornberg statt. Das Thema heißt:


Deutschland-Frankreich, die
„ziemlich besten Freunde“.



Referenten aus dem In- und Ausland, aus Forschung und Lehre, Kunsthistoriker, Musikhistoriker, Literaturwissenschaftler, Autoren und Journalisten werden viele verschiedene Aspekte der Deutsch-Französischen Beziehungen, die wie ein Wunder nach dem zweiten Weltkrieg zur Freundschaft wurden, beleuchten.


Wegbereiter dieser guten Beziehungen war Wilhelm Hausenstein, der „homme de lettre“ und Diplomat, zu dem ihn Konrad Adenauer gemacht hat. Es referieren unter anderem


Prof. Dr. Hubert Roland, Prof. Dr. Peter Frankenberg (Minister a.D.), Prof. Dr. Patricia-Oster-Stierle, Manfred Hammes, Prof. Dr. Henry Keazor, Prof. Dr. Thorsten Lorenz, Prof. Dr. Frank Baasner (DFI Ludwigsburg), sowie Dr. Johannes Werner, Prof. Dr. Karlheinz Stierle, Dr. Kerstin Bitar, Dr. Joachim Steinheuer, Dr. Peter Reuss (Deutscher Botschafter bei der UNESCO in Paris), Dr. Gunilla Eschenbach(Literaturarchiv Marbach), Georges Wagner-Jourdain und Wolfgang Boeckh.


Ein Prospekt und diese Website werden rechtzeitig über den Programmverlauf informieren.

Es wird empfohlen, in den Hotels von Hornberg Zimmer zu reservieren. Das Fremdenverkehrsamt gibt gerne Auskunft.

( 07833 79344 oder tourist-info[at]hornberg.de)


Die Referenten wohnen im
Hotel Adler (07833 935990) oder
im Hotel Schloss Hornberg (07833 96550)


Weitere Auskünfte gerne über den Vorstand der WHG

boeckh[at]wilhelm-hausenstein.de

Karl Valentin

Photographien

Mit einem Vorwort

von Wolfgang Till

und dem Essay

 “Die Masken des Komikers“ von Wilhelm Hausenstein

188 Seiten, 64 Tafeln und 3 Abbildungen in Duotone

ISBN 978-3-8296-0858-9

€ 19.80 €(A) 20.40 CHF 22.80

Karl Valentin - Photographien:

Die Groteske ist ein sicherer Ort?

Mnchen, Dezember 2018


Karl Valentin (1882-1948) gilt als Inbegriff des bayerischen Originals. Mit seinen Bhnenstcken, Sketchen und Filmen prägte er eine ganz eigene Form von hintersinnigem Humor, der Generationen von Bhnenknstlern - auch weit ber die Grenzen Bayerns und des deutschen Sprachraums hinaus - bis heute beeinflusst. Doch nicht nur in Film - und Tondokumenten hinterließ dieses Universalgenie ein breites Œuvre, sein Drang zum Skurrilen ließ den Knstler darber hinaus in zahlreiche Masken schlpfen - vom „Athleten " ber den „Feuerwehrhauptmann" bis zur „Lorelei"-, die als Photographien erhalten sind. Valentin selbst schuf daraus acht Leporellos mit Bildern, die zum Teil bereits im Jahr seines Todes unter dem Titel Die Masken des Komikers veröffentlicht wurden. Damals verfasste der Kunstkritiker, Publizist und Diplomat Wilhelm Hausenstein (1882-1957) einen Nachruf und bebilderte ihn mit ber 40 dieser Selbstinszenierungen seines Freundes.

„Unser Anteil am Westen“
Straßburg, wie Wilhelm Hausenstein es sah

Johannes Werner






Wie schön erschien mir Straßburg, verglichen mit Berlin! Jeder Gang durch die Straßen war ein Genuß.


Elly Heuß-Knapp, Ausblick vom Münsterturm. Erlebtes aus dem Elsaß und dem Reich (1934)

Am Ende seines Lebens konnte Wilhelm Hausenstein, der 1882 in Hornberg geboren worden war, von sich sagen, er habe „seit Kindesbeinen von meiner schwarzwäldischen Heimat her immer nach dem Elsaß auf die natürlichste und nächste Weise hinübergelebt“. Der Blick ging talabwärts, den Bächen und Flüssen nach, hin zum Rhein, ins Offene, Weite. Und nicht von ungefähr folgte dieser Blick dem Weg, den einst die Flößer genommen hatten, unter ihnen einer der Urgroßväter Hausensteins, der legendäre Johann Armbruster aus Wolfach. Er folgte zugleich der alten Poststraße, die von jeher Wien mit Paris verband. – Dagegen hat Hausenstein „oft erzählt, wie die Hornberger Schulbuben zur nahegelegenen Staatsgrenze, nach Schramberg zu, hinaufstiegen und den jenseits vermuteten württembergischen Bundesbrüdern ins Blaue hinein Beschimpfungen zuriefen“. Es war klar, wem die Sympathien galten, und wem nicht.

Über die Freundschaft zwischen Karl Valentin und Wilhelm Hausenstein. Und über ein Buch

Johannes Werner

Freundschaft beruht auf Übereinstimmung im Typischen.


Siegfried Kracauer, Über die Freundschaft

Aus der langen Reihe von Büchern, die Wilhelm Hausenstein schrieb, sticht das eine, um das es hier geht, unübersehbar hervor; oder sollte man sagen, dass es aus der Reihe fällt? Dennoch, oder eben deshalb, ist es so oft wie kein anderes nach seiner ersten Veröffentlichung, 1948 bei Karl Alber, immer wieder neu aufgelegt worden: 1958 bei Herder, 1976 im Süddeutschen Verlag, 1980 im Deutschen Taschenbuch-Verlag. Das Buch heißt: ‚Die Masken des Komikers Karl Valentin‘. Ihm war, 1932 bei Knorr & Hirth, schon ‚Das Karl Valentin Buch‘ vorausgegangen, als ‚Erstes und einziges Bilderbuch von Karl Valentin, über ihn und Lisl [sic] Karlstadt, mit Vorwort und ernsthafter Lebensbeschreibung und Bildunterschriften von ihm selbst, sowie zwei Aufsätzen von Tim Klein und Wilhelm Hausenstein‘. Und nun, 2019, ist es noch einmal erschienen, bei Schirmer/Mosel, schöner als je zuvor. 

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